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Elias – ein ganz besonderes Oratorium
Im Sommer 1845 erreichte den Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy eine ganz besondere Anfrage. Der Leiter des Burmingham Music Festival fragte an, ob Mendelssohn für das renommierte Festival im Jahr 1846 ein neues Oratorium schreiben könne, es gebe bereits einen Text dafür über Rahel, die um ihre Kinder weint (Jeremia 31,15). Neun Jahre zuvor hatte Mendelssohn sein erstes Oratorium veröffentlicht, „Paulus“, das sehr erfolgreich war, vom Publikum begeistert angenommen wurde, in England fast noch mehr als in Deutschland.
Die Anfrage war eine große Ehre, gleichzeitig aber auch eine Herausforderung für Mendelssohn. Die Geschichte mit Rahel schlug er aus. Er machte sich an einen Stoff, der ihn schon seit Jahren beschäftigt hatte: Die Geschichte des Propheten Elias.
Bereits 1836, unmittelbar nach Veröffentlichung des „Paulus“, machte Mendelssohn gegenüber einem Freund seine Faszination an der Elias-Geschichte deutlich. Besonders die Begegnung des Elias mit Gott (1.Könige 19,11-13) begeisterte ihn. Elias, der Gottes Willen verkündigt hatte, der die Hinwendung zu Gott gefordert hatte, war müde geworden. Trotz großer Taten Gottes gab es keine allgemeine Erweckung, keine Umkehr hin zu ihm. Elias wird verfolgt, flieht in die Wüste, kann nicht mehr, will nicht mehr. Ein Engel stärkt ihn und sendet ihn zum Berg Gottes, dem Horeb. Dort wird Elias Gott selbst begegnen. Die Szenerie ist schon in der Bibel dramatisch, es gibt Wind, Feuer, Sturm, Erdbeben. Letztlich ist Gott aber in einem sanften Säuseln. Im Oratorium hat Mendelssohn das großartig ausgestaltet.
Man braucht für dieses Oratorium ein großes Orchester, man kann es nicht mit einem ganz kleinen Chor singen. Man braucht Solisten, die die Geschichte erzählen und in die Rollen der Biblischen Personen schlüpfen. Das Werk dauert gut zwei Stunden, aber die lohnen sich. Die Eliasgeschichte ist an sich schon beeindruckend; Mendelssohns Vertonung macht sie nur noch interessanter und erlebenswerter.
Am Sonntag, 14.6.2026 um 17.00 wird die Kantorei Hessen der SELK das Werk gemeinsam mit vier Solisten und der Kurpfalzphilharmonie in der Bergkirche Niedergründau aufführen. Karten gibt es im Vorverkauf über https://kirchenmusik-selk-sued.de/elias/ oder direkt bei „Eventim“ sowie an der Abendkasse.
