Wort zum Sonntag

Kerstin Berk Samstag, 31. Oktober 2020 von Kerstin Berk

Impuls zum Reformationstag 31.10.2020

Auf der Suche

In diesen Tagen um den Reformationstag, mitten in der Krise, sind wir kaum in der Lage festen Boden unter die Füße zu bekommen. Aber viele von uns sind auf der Suche nach Entlastung, nach Gewissheit und Glauben, nach Nähe. Martin Luther war vor 500 Jahren, geschüttelt von privaten und gesellschaftlichen Krisen, auch auf der Suche. Wie finde ich einen gnädigen Gott? - das war seine Frage. Einen Gott, der mich ansieht, wie ich bin, mich aushält, mich hält, was auch geschieht. Luther fand eine Antwort im Römerbrief, den er intensiv durchgearbeitet hat. In Römer 3, 28 stößt er auf den, für ihn entscheidenden Satz: „So halten wir nun dafür, dass der Mensch gerecht wird ohne des Gesetzes Werke, allein durch den Glauben.

In diesen Monaten ist es ja vielleicht genau das unser Problem. Glauben wir eigentlich fest genug? Vertrauen wir stark genug? Und möglicherweise schwingt dabei mit, dass, wenn wir das alles nicht gut genug hinkriegen, Gott sich von uns abwendet. Mitten in der Krise steht auch das auf dem Prüfstand.

Ich will diese Wahrnehmungen auch nicht einfach wegwischen und bagatellisieren. Es tut weh und verunsichert, wenn Menschen Gott als fern erleben. Und es ist die Frage, wie da wieder eine Brücke gebaut werden kann. Martin Luther hat seine Gottesferne versucht durch die Zusagen der Bibel zu überbrücken.

Auch im oben erwähnten Römerbrief gibt es noch mehr heilsame und versöhnende Worte. Mir ist in diesen Tagen eine Stelle wieder neu ins Auge gesprungen, weil mich eine moderne Fassung dieses Textes aufgerüttelt hat. Der Vers aus Römer 8, 38 und 39 heißt: „Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch irgendeine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.

Die Variante des Liedermachers und Poeten Andi Weiss, bringt den vertrauten Paulustext aus dem Römerbrief in die Zusammenhänge, in denen wir gerade bestehen müssen:

Denn ich bin gewiss,

dass weder ein Virus, noch eine andere Krankheit,

weder Langeweile oder Einsamkeit,

weder soziale Distanz, noch Kurzarbeit,

weder drohende Insolvenz noch kräfteraubendes Homeschooling,

weder fehlendes Klopapier noch Fakenews auf Facebook,

weder große Krisen, Angst, Zweifel

oder selbst der Tod mich trennen können von der Liebe Gottes!

Daran will ich mich festhalten, das soll der Boden sein auf dem ich stehe. Und vielleicht kann diese unzerstörbare Liebe Gottes auch der Grund sein, auf dem Sie stehen und Halt finden können. Nichts kann uns trennen, weil Gott sich nicht von uns trennt. Gott bleibt in uns und bei uns mit Liebe, die durch nichts in Frage gestellt wird, auch nicht durch uns.

Ihre Pfarrerin Kerstin Berk

Gebet:

Wir danken dir Gott, dass wir nicht alleine sind,

mit unserem Glauben,

mit unseren Fragen und Sorgen,

mit Genervt sein und Ermüdung.

Du, Gott, kennst die Grenzen der Kraft,

kennst die Unüberschaubarkeit in der momentanen Lage.

Du, Gott, kennst die Angst, etwas schuldig zu bleiben.

Lege Deinen Segen auf uns. Stärke unser Miteinander.

Unseren Zielen gib das rechte Maß0.

Unserem Vertrauen gib den rechten Grund.

Vater Unser

Ralf Haunert Sonntag, 27. September 2020 von Ralf Haunert

Besonnenheit

Liebe Gemeinde

 

I.

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

 

Dieser Vers aus dem 2. Timotheusbrief ist am Anfang der Coronazeit so etwas wie ein Refrain der kirchlichen Verlautbarungen zur Sache gewesen. Kaum einmal hat er gefehlt, der Hinweis, daß uns nicht der Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit von Gott gegeben sei.

 

Auf mich wirkte das zuweilen fast schon ein wenig inflationär, muß ich gestehen.

 

Nun ist es ja zweifellos richtig, daß dies der Geist ist, der uns als Christen beseelen sollte.

Und richtig ist auch, daß zumal am Anfang der Coronazeit viel Sorge und Furcht herrschte angesichts der unbekannten und in ihrem Bedrohungspotential schwer einzuschätzenden Gefahr.

 

Grundsätzlich ist Besonnenheit nicht nur, aber besonders in Gefahrenlagen ein guter Ratgeber. Und Angst eben nicht.

 

II.

In den letzten Monaten ist vielen, was Corona angeht, die Angst aber anscheinend wieder so ziemlich vergangen. Das hat auch damit zu tun, daß wir Deutschen, anders als andere Nationen, bislang ja ganz gut durch die Coronakrise gekommen sind.

 

Die erwarteten Engpässe auf den Intensivstationen hat es bei uns nicht gegeben. Die Fernsehbilder aus Italien, Spanien, dem Elsaß, später aus Brasilien und den USA sind bei uns nicht Realität geworden.

 

Zudem tritt bei permanenten oder zumindest auf gewisse Dauer gestellten Gefahren irgendwann ja unweigerlich ein gewisser Gewöhnungseffekt ein.

 

Und was zunächst alternativlos und unverhandelbar erschien: Jede Maßnahme, egal wie einschneidend sie sei, rechtfertigt sich durch den Schutz des Lebens, ist mittlerweile ich will nicht sagen: differenzierterer Betrachtung gewichen; doch werden mittlerweile auch andere Faktoren in die Betrachtung einbezogen.

 

Wie lange darf, wie lange kann ein Land stillstehen, bis die gesellschaftlichen Folgeschäden ein vertretbares Maß übersteigen?

 

Im Falle der Schulen ist das ja ausgiebig diskutiert worden. Welcher Schaden entsteht an Bildungskarrieren, wenn noch mehr als ein halbes Schuljahr ausfällt? Was ist mit den Kindern besonders im Grundschulalter, die zu Hause nicht die Förderung erfahren, ohne die Homeschooling zu einer sinnfreien Angelegenheit wird? Oder mit den Kindern, die im Elternhaus Mißhandlungen ausgesetzt sind? Ist es nicht wichtig, hier wieder staatlichen Einblick und Kontrolle zu gewinnen? Doch wie soll das gehen, wenn der Kontakt zwischen Lehrern und Schülern sich auf Videokonferenzen beschränkt?

Aber auch z.B. beim Tourismus und im Gastronomiegewerbe hat man gelockert, und natürlich spielte es dabei auch eine Rolle, daß Arbeitsplätze und unternehmerische Existenzen daran hingen/hängen.

 

In einigen Bereichen des öffentlichen Lebens gelten noch Ausnahmebestimmungen.

In anderen Teilbereichen ist es inzwischen wieder hochgefahren worden. In den Schulen und Kindergärten herrscht weitgehend Normalbetrieb.

(Welche Probleme das bereitet, dazu könnte uns einer unserer Kirchenvorsteher, der im Staatlichen Schulamt arbeitet, jetzt bestimmt einiges erzählen...)

 

III.

Doch ist das nun Konsequenz von Besonnenheit im „paulinischen“ Sinne?

Oder ist es –  wenigstens auch –  die Konsequenz von Sachlogiken, denen sich die Verantwortungsträger in der Politik nicht entziehen konnten?

 

Auch wir als Kirche (d.h. konkret: wir als Kirchengemeinde „Auf dem Berg“) können diese Sachlogiken nicht einfach außen vor lassen. Wir wollen ja ein Faktor im Leben der Menschen bleiben. Wenn jetzt also die Jugendarbeit der Vereine wieder beginnt, müssen wir irgendwie nachziehen.

Oder wir lassenʼs eben doch außen vor und sagen: unsere Risikobewertung ist eine andere, wir machen das jetzt so noch nicht.

 

Aber können wir uns eine abweichende Risikobewertung wirklich erlauben?

 

Dabei fühlen wir uns ja zu besonderer Vorsicht auch deswegen veranlaßt, weil organisierte Religion unter Corona-Bedingungen nach einzelnen Vorfällen, die es gab (freilich nicht im evangelisch-landeskirchlichen oder katholischen Bereich) aus Sicht der Politik vor allem ein Sicherheitsrisiko darzustellen scheint, wie der Wiener Theologieprofesser Ulrich H.J. Körtner – damals wohl mit Blick auf die geöffneten Baumärkte bei gleichzeitigem Gottesdienstverbot – in einem Beitrag für eine theologische Zeitschrift zuspitzend formuliert hat.[1]

 

Ein drastisches Beispiel für diese Sichtweise, daß für die Kirche(n) auch jetzt noch Sonderregeln gelten würden (ich spreche im Konjunktiv!), war die BILD-Ausgabe von letzter Woche Samstag. Die titelte: Bordelle wieder geöffnet – und in der Kirche darf nicht gesungen werden! (Nun darf ja ab heute auch in unserer Kirchengemeinde wieder gesungen, wenn auch in reduziertem Umfang und nur mit Maske. Insofern ein Grund weniger zur Aufregung. Manche sollen es ja sogar genossen haben, daß in den Gottesdiensten eine Zeitlang das Singen von Solisten statt von der Gemeinde besorgt wurde bzw. noch wird.)

 

Und es sind auch gar nicht nur die Dinge gewesen, die uns anfangs von außen aufdiktiert wurden. Auch auf kirchlicher Seite selbst gab es in den letzten Monaten ja auch immer wieder mal die Überlegung, wir als Kirche sollten uns mehr Zeit lassen als andere mit dem „Wiederauftauchen“, um gesellschaftspolitisch ein Zeichen zu setzen – und weil wir es uns von unserer Angebotsstruktur her, die nicht einnahmeorientiert ist, eher leisten könnten als andere.

 

Doch wieviel Zeit darf man sich lassen, um nicht abgehängt werden?

 

Es gibt inzwischen auch ja in unserer Gemeinde durchaus kritische Stimmen, die sagen:

Wo ist Kirche eigentlich? Müßtet Ihr nicht langsam mal noch einiges mehr an Normalisierung zulassen?)

 

Und da wir nicht die einzige Organisation sind, die sich das fragt bzw. gefragt wird, sondern alle anderen eben auch, entsteht so leicht ein Sog, in den dann auch diejenigen geraten, die die rahmensetzenden Entscheidungen treffen.

 

Denn auf die Dauer läßt sich ja – unter den Bedingungen einer Demokratie – nicht gegen einen anderslautenden gesellschaftlichen Konsens anregieren, selbst wenn es gute Argumente dafür gäbe, es zu tun...

 

IV.

Kein Geist der Furcht, sondern der Geist der Besonnenheit.

Gar nicht so einfach zu sagen, was Besonnenheit ist.

 

Besonnener, umsichtiger, weitsichtiger als andere zu sein, nehmen ja im übrigen auch die für sich in Anspruch, die jetzt in Berlin und anderswo gegen die Coronamaßnahmen protestieren.

Und es ist zumindest die Frage, ob man die Dinge nicht ein bißchen zu sehr vereinfacht, wenn man bei denen nur „Covidioten“ und Verschwörungstheoretiker zugange sieht.

(Obwohl es andererseits schon wahr ist, daß man schauen muß, mit wem zum Teil man sich da gemein macht. Schlechter Umgang verdirbt die guten Sitten – auch das eine biblische Einsicht.)

 

Sagen können wird man aber immerhin, daß die Besonnenheit, die Umsicht und Weitsicht, die die staatlichen Stellen in den zurückliegenden Monaten bei uns zulande bewiesen haben, sich jetzt im Ergebnis gleichsam gegen sie zu richten beginnt:

 

Es ist der Fluch des Erfolgs, der sich in den Corona-Protesten jetzt zeigt.

Wäre es schlechter gelaufen, würde das, was an Einschränkungen derzeit gilt – in den kommenden Monaten kommt womöglich ja wieder mehr hinzu – eine ganz andere Evidenz besitzen.

 

V.

Und was fangen wir also gerade jetzt mit der „paulinischen“ Besonnenheit an?

Ulrich Körtner berichtet in seinem schon einmal zitierten Beitrag folgende Episode vom Anfang der Corona-Zeit:[2]

 

„Dienstag, 21. April, am späten Abend. Markus Lanz moderiert im ZDF die x-te Talkrunde zur Corona-Krise. Im Studio der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil, der Virologe Henrik Streeck aus Bonn sowie die Schriftstellerin und Philosophin Thea Dorn. Zunächst dreht sich das Gespräch um Schutzmasken, um neueste Studien zu Covid-19 und um Prognosen, wie man der Pandemie und der Folgen der Corona-Krise Herr werden kann.“

 

Also das gleiche, was jetzt immer noch in jeder Corona-Talkrunde verhackstückt wird.

 

Dieses Gespräch jedoch, so Körtner, habe sich dann unvermutet zu einer Sternstunde im üblichen Talkshowbetrieb entwickelt: „Woraus können Menschen in der Corona-Krise noch Trost schöpfen, zumal die Sterbenden und ihre Angehörigen? „Genau das“, weiß der Theologieprofessor, „ist ja die berühmte Eingangsfrage des Heidelberger Katechismus, den im Studio selbstverständlich niemand auf dem Schirm gehabt habe: ,Was ist dein einziger Trost im Leben und im Sterben?‘ Thea Dorn bekennt offenherzig, sie sei kein gläubiger Mensch. Sie gehöre eher zu den ,strukturell trostlosen Menschen‘. Die Autorin legt nach: ,Wir sind eine vom Glauben abgefallene Gesellschaft‘, die nicht mehr an ein Paradies oder das ewige Leben glaubt.“

 

Aber dann, sagt Körtner, kam es: „Frau Dorn erzählt, wie sie in Hamburg auf dem Weg zum Studio an einer Kirche vorbeigekommen sei. Draußen hing ein großes Transparent mit einem Zitat aus einem der Paulusbriefe. ,Und ich‘, so die Philosophin, ,hätte nicht gedacht, dass ich mal in einem Fernsehstudio sitzen würde und sagen werde: Der klügste Satz, den ich heute gehört habe, war ein Bibelzitat von Paulus! Und zwar stand da drauf: ‚Gott hat uns nicht den Geist der Furcht gegeben, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit‘.‘ Der Satz habe sie „in einer gewissen Weise umgehauen, weil ich den Eindruck habe, wir lassen uns im Augenblick massiv vom Geist der Furcht leiten und nicht vom Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. Und ich glaube, dass das nicht gut ist, wenn die Gesellschaft anfängt, sich vom Geist der Furcht bestimmen zu lassen.‘“

 

Genau, habe ich mir gedacht, als ich das jetzt für heute wieder las, im Grunde geht es ja auch gar nicht darum, was wir mit biblischen Botschaft ,anfangen‘.

Sondern es geht darum, was sie mit uns anfängt, wenn sie uns trifft.

So, wie sie die bekennend atheistische Philosophin Thea Dorn unvermutet auf dem Weg zum Fernsehstudio getroffen (bzw. umgehauen) hat.

 

Den Sachlogiken entziehen können wir uns institutionell als Kirche sowenig wie alle anderen auch.

Was nicht heißt, daß sich wieder eröffnende Handlungsspielräume und -optionen nicht aktiv zu nutzen wären. 

Und natürlich müssen wir zusehen, daß wir als Kirche so gut wir irgend können durch die Krise steuern – d.h. institutionell sichtbar bleiben.

 

Aber, und das ist mir an der Episode mit Thea Dorn mal wieder neu deutlich geworden:

Das ist kein Selbstzweck.

Unser kirchlicher Auftrag ist nicht die eigene Daseinserhaltung.

 

Wir sind dazu da, einer Gesellschaft, die ja tatsächlich – und das nicht erst seit Corona –  strukturell trostlos zu werden droht, etwas zu sagen, was sie sich eben nicht selber sagen kann:

 

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.

 

Und das, da korrigiere ich meinen anfänglichen Eindruck, ist wohl etwas, das in diesen Zeiten – man muß dabei jetzt wirklich nicht nur an Corona denken –  besser einmal öfter als zu wenig gesagt wird.

 

 

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.

Amen.

Edda Deuer Sonntag, 6. September 2020 von Edda Deuer

ein Impuls

Damit die Seele keinen Schaden nimmt...

„Denn was hülfe es dem Menschen,

wenn er die ganze Welt gewönne

und nähme doch Schaden an seiner Seele?“ Mt. 16,26

 

Eigenwillig dieser Vers aus dem Matthäusevangelium;
ungewohnte Konjunktive, zahlreiche Umlaute, irgendwie aus der Welt gefallen!

"Alte Kirchensprache!", mögen Sie jetzt denken. Und ich muss gestehen, dass es mir zunächst ebenso ging. Natürlich kenne ich dieses Wort aus dem Matthäusevangelium. Aber seit dem letzten Treffen mit den Mitarbeitenden des Besuchskreises unserer Gemeinde begleitet es mich in besonderer Weise.

Bei unseren Treffen gibt es zum Abschluss immer eine Karte zum Sammeln oder Weitergeben, mit einem Gebet oder Bibelvers, mit einem Liedvers oder einem Segenswunsch. Und bei unserem Treffen im August war das dieser Bibelvers auf einem Bild mit einer Wäscheleine, auf der einige bunte Alltagsmasken zum Trocknen aufgehängt waren.

Dafür sorgen, dass die Seele keinen Schaden nimmt… das klingt verlockend und verheißungsvoll. Aber wie soll man das in diesen Corona bedingt eigenwilligen Zeiten machen? Nichts kann man wirklich planen, weil morgen schon andere Regeln gelten können. Menschen treffen und das Miteinander genießen ist nur eingeschränkt möglich. Und für diejenigen, für die Sicherheit die Grundvoraussetzung für einen guten Alltag ist, sieht es auch nicht besser aus. Kein Wunder, dass unser aller Seelen angeknabbert sind. Unsere Seelen brauchen dringend Fürsorge, so wie unsere Körper den Schutz der Masken brauchen.

Gut, wer da in sich hineinhorchen und herausfinden kann, was ihm oder ihr hilft. Ein Telefonat oder ein Spaziergang mit der besten Freundin? Ein Bier oder ein Treffen mit dem besten Freund? Ein gute Buch? Eine Auszeit bei guter Musik? Gut, wer da mit anderen reden kann und so die eine oder andere hilfreiche Idee bekommt.

Gut, dass wir als Christ*innen auf einen wahren Schatz an Spickzetteln für die Seele zurückgreifen können; dass wir in den alten Geschichten und Worten unserer christlichen Tradition immer wieder Neues und Weiterhelfendes entdecken.

"Denn was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele?" auch das für mich in diesen Tagen ein Spickzettel für meine Seele.

Wenn ich es recht betrachte, dann sorgen wir sogar mit dem Tragen von Masken nicht nur für den Körper, sondern auf für die Seele der anderen Menschen. Wir tragen die Masken in erster Linie, um andere nicht anzustecken…; um das Infektionsgeschehen zu verlangsamen. Das ist Sorge für den Körper. Aber wenn unsere Mitmenschen dann gelassener und sorgenfreier leben können, dann ist das doch zugleich auch Sorge für deren Seelen.

In diesem Sinn, ganz liebe Grüße und bleiben Sie behütet,

Ihre Pfarrerin Edda Deuer

Ralf Haunert Samstag, 1. August 2020 von Ralf Haunert

ein Impuls

Urlaub in Deutschland

Dieser Sommer ist anders. So wenig Flugverkehr wie in den letzten Monaten ist selten, eigentlich noch nie dagewesen am Himmel über Gründau, seit ich mit meiner Familie hier lebe. Corona hat der Tourismusbranche ziemliche Einbrüche beschert.

Statt in den sonnigen Süden zu fahren, haben viele sich Urlaubsziele in Deutschland gesucht. Oder bleiben lieber gleich ganz zu Hause.

Mein Lieblingskabarettist Rainald Grebe hat – da war von Corona noch längst nicht die Rede – dem Urlaub in Deutschland einmal sogar ein ganzes Lied gewidmet:

„Urlaub in Deutschland, Urlaub in der Region; sechs Wochen Oderbruch – ich freu mich schon...“

Das Lied spielt mit der recht weit verbreiteten Überzeugung, der Erholungs- bzw. Erlebniswert von Urlaub steige proportional zu der Distanz, die man zwischen sich und zu Hause legt.

Nun hat es unbestritten durchaus etwas für sich, den Urlaub anderswo zu verbringen als daheim. Die Gefahr besteht ja immer, daß man sonst anstelle des Ausspannens die freie Zeit für nichts anderes nutzt, als das abzuarbeiten, was rund um Haus und Garten so alles schon länger liegengeblieben ist bzw. dringend mal in Angriff zu nehmen wäre.

Aber das dann gerade nicht zu tun, ist letztlich ja auch nur eine Entscheidung, die man für sich treffen muß.

Ich jedenfalls meine, daß auch ein Urlaub, der nicht in die Ferne führt, viel Schönes und auch Neues und Spannendes zu bieten vermag. Und ob ein Tag am überlaufenen Strand wirklich in jedem Falle den auf dem eigenen Balkon schlägt, ist ja doch die Frage. – Es hinge zumindest mit davon ab, ob man letzteres zu genießen versteht. Und daß ersteres, wenn man ehrlich ist, auch nicht unbedingt einen völlig ungetrübten Genuß darstellt, ist eben auch wahr.

„Deutschland hat viel zu bieten“, singt Rainald Grebe,  „von den Alpen bis zum Meer; das Land der Kago-Öfen und von Sanifair...“ und meint das natürlich nicht ganz ernst.

So kann dieser Sommer tatsächlich Gelegenheit sein, das scheinbar sattsam Bekannte noch einmal ganz neu kennenzulernen und in seiner Schönheit (neu) zu entdecken.
Ich weiß, daß viele das auch in den vergangenen Monaten ja schon ausgiebig getan haben: Wanderungen, Radtouren – gerade Familien mit Kindern haben das gemacht, als Schulen und Kindergärten geschlossen waren. Wir mit unseren drei Kindern auch.
Aber ich glaube, alles, was es wert wäre, mal gesehen zu werden in Spessart, Rhön und Vogelsberg, haben wir trotzdem noch nicht gesehen. Vom Oderbruch ganz zu schweigen...

Wo und wie immer Sie Ihren restlichen Sommer auch verbringen mögen – ich wünsche Ihnen eine gute Zeit: Tage mit interessanten Erlebnissen und Begegnungen. Tage, die gehabt zu haben Sie am Abend mit Freude und Dankbarkeit erfüllt.

Bleiben Sie behütet!

Kerstin Berk Sonntag, 26. Juli 2020 von Kerstin Berk

Wege durch die Wüste

Murren ist erlaubt

Eine Befreiung und ein schwerer Weg durch die Wüste sind heute am 7.Sonntag nach Trinitatis Thema und da sehe ich manche Parallelen, zu dem was wir gerade erleben. Der Auszug aus Ägypten: Nach jahrelanger Sklaverei wurde das Volk Israel von seinen Anführern Mose und Aaron aus Ägypten herausgeführt. Endlich raus und doch erst ganz am Anfang des Weges durch die Wüste. Heiß ist es, staubig, karg. Und es geht immer noch ums Überleben und um den Kontakt zu Gott. Langatmig ist das Unternehmen, nervig und scheinbar endlos.

Das Volk murrt, macht Mose verantwortlich für den beschwerlichen Weg, sehnt sich zurück, keiner hat mehr Lust auf diese Mistwüste.

Das murrende Gottesvolk. Da steigen manche Bilder auf. Vielleicht zuerst die aus den Bibelfilmen, das Epos vom Auszug und dem endlosen Menschzug durch die Wüste, in flirrender Hitze mit zunehmenden Aggressionen.

Vielleicht fallen ihnen auch andere Wege ein, eigene, die strapaziös waren. Oder die Fahrten in den Urlaub mit den Kindern, die ab dem Frankfurter Kreuz fragen: Wann sind wir endlich da? Und irgendwann, trotz der Brote, der Lieder, der Spiele nur noch motzen und genervt sind.

Oder der Weg, auf dem wir und gerade befinden durch eine weltweite Krise hindurch. Die Demonstranten, die gegen diesen Weg der Vorsicht sind. Die feiernden Horden, die ganz schnell versuchen alles hinter sich zu lassen. Die Vielen, die sich dahinschleppen und einfach nur noch wollen, dass diese Pandemie endlich vorbei ist. Ein langer und mühsamer Weg – solche Wege mussten Menschen zu allen Zeiten irgendwie bewältigen.

Die Israeliten lehnen sich auf gegen ihre Anführer – da ist Wut und Enttäuschung im Spiel. Was für ein Plan soll das hier Bitteschön sein? Ist das glaubwürdig? Dürfen wir da nicht mehr demokratisch mitbestimmen, wo es langgehen soll? Und überhaupt: wo ist eigentlich Gott?

Das Volk murrt, laut und lauter. Und die gute Nachricht ist: Gott wendet sich deshalb nicht ab. Murren darf sein, Fragen dürfen sein. Gott bleibt dabei, versorgt alle mit Manna und Wachteln. Das ist eine wunderbare Sache auf diesem Weg. Dieser Beistand hilft, um in sich selbst die Energie zu finden, um weiterzugehen, auch wenn das Ende noch nicht absehbar ist. Aber so ganz, teilen nicht alle diese Einschätzung. Der Weg geht ja doch immer noch weiter, braucht Disziplin, Kraft, langen Atmen. Reicht da Gottes Beistand aus, um irgendwann anzukommen?

Ja, das kommt uns sehr bekannt vor. Unsere Wüste. Die Ausbreitung der Erkrankung, immer noch unzählige Tote, der Lockdown, der Verlust vieler Sicherheiten, auf die wir selbstverständlich gezählt haben. Unsere Wüste: Homeoffice mit Kindern, Kontaktsperren, keine Kultur. Der Urlaub, nicht wirklich frei und leicht. Die Angst vor der zweiten Welle. Nein, wir sind noch nicht am Ziel.

Meine Hoffnung ist, dass Gott uns heute in unseren Wüsten genau so wenig alleine lässt wie die Söhne und Töchter Israels damals. Meine Hoffnung ist, dass es im Murren und Klagen Momente gibt, wo wir Gottes wohltuenden Beistand fühlen: unterwegs in wunderbarer Natur, bei einem guten Buch, einem freundlichen Telefonanruf oder einem köstlichen Essen. Manna für die Seele – danach strecken wir uns aus. Und haben neben all den Wüstenwegen doch auch Oasen gefunden: Entschleunigung, Zeit für Kontakte mit alten Bekannten, klares Wasser und wohltuende Stille.

Es geht immer wieder um Gottvertrauen und das ergibt sich nicht so von selbst. Das fällt zwar vom Himmel, aber manchmal nicht grade vor unsere Füße. Und Gottvertrauen, das gibt es nicht auf Vorrat. Davon bekommt man, wenn man Herz und Augen offenhält, jeweils, soviel, wie man braucht. Wir müssen auf dem Weg durch die Krise aufmerksam sein. Und wir dürfen gewiss sein: Gott ist da, auch für unsere Klage und Verzweiflung. Es lohnt sich, darauf zu setzen und zu erleben: auch in den fernsten Ferne ist Gott nah und ansprechbar.

Gott segne die Erde, auf der Ihr steht.

Gott segne den Weg, den Ihr geht.

Gott segne das Ziel, das Ihr sucht

und mit Gottes Hilfe finden werdet.

Geht in Frieden. AMEN

Prise zum Sonntag

Kerstin Berk Sonntag, 19. Juli 2020 von Kerstin Berk

eine Vision von Gerechtigkeit

Summertime

Summertime, and the living is easy… Sommerzeit und das Leben ist einfach. Ein Lied, dass zu Weltruhm gekommen ist. Die Sonne scheint, die Fische springen im Fluss, die Felder stehen gut – wie leicht könnte doch das Leben sein! Wenn ja, wenn es wäre wie im Lied, alles easy und einfach. Es ist ein Wiegenlied, das schöne Träume verheißt.

Für mich ist dieses Lied, gesungen von den berühmtesten schwarzen Sängern und Sängerinnen, eine Sehnsuchtsmelodie – ja, so ein Lebensgefühl wünsche ich mir auch. So leicht, so süß soll es sich jetzt anfühlen, auch in diesem Sommer. Doch in der Oper von George Gershwin Porgy and Bess aus den 30ziger Jahren und in unserer Welt 2020 und auch in meinem Leben gibt es Kälte und Angst.

In der Welt der tragischen Helden Porgy und Bess, in der Schwarzensiedlung in Charleston, wo die Handlung spielt, sind Gewalt und Kriminalität an der Tagesordnung. Der gehbehinderte Porgy und die junge Bess halten trotz der widrigen Umstände zueinander. Am Ende aber kein Happy- End, sondern Verlust und Verzweiflung.

Gershwin, als Jude und weißer Musiker schaut genau auf die Lebensumstände der schwarzen Bevölkerung. Und er ehrt ihr Erbe, indem er die schwarze Musik. Er kratzt er an der Komfortzone der Weißen- und verfügt, dass die Oper nur mit schwarzen Musiker*innen aufgeführt werden darf. So eröffnet er einen Raum für Farbige Künstler*innen und geht damit ganz real vor gegen die Rassendiskriminierung. Die Erstaufführung in Europa fand 1943 in Kopenhagen statt. Trotz des heftigen Widerstands der nationalsozialistischen Besatzungsmacht und Gestapo-Aktionen gegen die „jüdische Negeroper mit Urwaldgeschrei“ konnte Porgy and Bess 22 Mal vor vollem Haus gespielt werden, bis sie erzwungenermaßen abgesetzt wurde.

Und heute: Diskriminierung von Menschen mit anderen Hautfarben ist in Amerika in vielen Bundesstaten gang und gäbe. Trotz Gershwins Statement, trotz Martin Luther Kings Engagement, trotz Barack Obamas wegweisender Präsidentschaft.

Summertime, alles ist gut – leider nur ein Wunschtraum. Deshalb bin ich beeindruckt von den Polizisten, die niederknien und sich verbeugen vor dem zu Tode gefolterten George Floyd - und vor allen, die darunter leiden, dass sie niemals zu ihrem Recht kommen, dass ihr Recht im Gegenteil gebeugt wird, Tag für Tag.

Summertime, and the living is easy… ja es könnte wirklich so viel besser sein, das Leben, wie wir es alle gleichermaßen von Gott geschenkt bekommen haben. Wie sehr würde ich den Sommer der neuen Gerechtigkeit genießen, wenn in Amerika, in Rußland, in China und Hongkong und auch bei uns in Deutschland, niemand mehr Angst zu haben bräuchte.

Summertime, selten habe ich das so gehört wie in dieser Zeit, in der durch die Coronapandemie soziale Ungerechtigkeit wie unter einem Hochleistungsmikroskop deutlich wird. Und wie intensiv und anfeuernd empfinde ich die Ermutigung, die Gershwin uns an die Hand gegeben hat.

Ein Wiegenlied, das aufrüttelt, das nicht zum Träumen einlädt, sondern zu einem realistischen Blick und zu einem beherzten Handeln. Mitten im Sommer 2020 und ja, wir leben und wir können für das Leben eintreten.

Ihre Pfarrerin Kerstin Berk

Prise zum Sonntag

Ralf Haunert Sonntag, 14. Juni 2020 von Ralf Haunert

Ein Herz und eine Seele

kennen Sie diese Serie aus den Siebzigern (noch)?

„Ein Herz und eine Seele“ – kennen Sie diese Serie aus den Siebzigern (noch)? Unzählige Male wiederholt in den Dritten Programmen.

Heinz Schubert als „Ekel Alfred“, ein Spießbürger und Haustyrann vor dem Herrn. Frau, Tochter und Schwiegersohn haben in jeder Episode heftig unter ihm zu leiden.

Ich mag diese Serie mit ihrem kantigen und – trotz allem Zeitkolorit – nach meinem Empfinden in vielem auch heute noch keineswegs abgestandenwirkenden, vielmehr entlarvenden Humor; und deshalb schaue ich mir hin und wieder gern eine Folge auf youtube an.

Ein Herz und eine Seele – schon der Titel der Serie steckt, wie man schnell merkt, wenn man das Familienleben der Tetzlaffs ein bisschen näher kennenlernt, voller böser Ironie. –

Interessant ist in diesem Zusammenhang nun aber auch, dass der Serientitel, diese im Deutschen sprichwörtliche Wendung, aus der Bibel entlehnt ist.

Der Evangelist Lukas berichtet in seiner Apostelgeschichte vom Leben der Urgemeinde in Jerusalem: „Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele.“

Lukas schildert die Jerusalmer Urgemeinde, als habe in ihr ein geradezu ideales Einvernehmen geherrscht, bis dahin, dass alles miteinander geteilt wurde: „Auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Land oder Häuser hatte, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte.“

Dabei lässt Lukas an anderer Stelle durchaus durchblicken, dass natürlich auch bereits die ersten Christen mit den üblichen zwischenmenschlichen Problemen, Konflikten und Eifersüchteleien zu kämpfen hatten. Und dass die Bereitschaft zum Teilen längst nicht bei allen so stark ausgeprägt war, wies die eben zitierten Sätze suggerieren.

Warum aber rückt Lukas die Urgemeinde dann in ein derart ideales Licht?

Bis heute ist dies ja etwas geblieben, was Kritiker Kirche und Christentum mit Vorliebe entgegenhalten: Dass sie in Wahrheit doch auch nicht besser seien.

Diese Kritik hat ihr Recht.

Gewiss waren auch die ersten Christen keine moralisch Vollendeten. Aber obgleichmanches schon ganz früh schwierig zu werden begann, war die Urgemeinde unzweifelhaft von der Begeisterung des Anfangs erfüllt.
Aus dieser Begeisterung des Anfangs wird in der Folge, wie bei Lukas zu beobachten, eine Begeisterung für den Anfang: Die Urgemeinde musste dem Idealen einfach nähergewesen sein als die Späteren, eben weil sie dem eigentlichen Anfang, dem Christusereignis selbst, zeitlich – und unterstellt damit auch existentiell –  am nächsten gewesen war.

Ein Herz und eine Seele – das deckt sich also selbst für die allerfrühesten Christen in Jerusalem wohl nur zum Teil mit der historischen Wahrheit.

Doch letzten Endes geht es darum wohl auch nicht. Auch nicht bei Lukas. Ihm dürfte es in seiner Beschreibung der Urgemeinde um etwas anderes zu tun sein. Um eine Vision von Kirche. Um die Vision eines neuen und ganz anderen Miteinanders.

Christsein bedeutet, einzutreten in die von Jesus Christus ausgehende Bewegung der Liebe.

Echte Humanität, die in Gott ihren Grund findet – dahin will die Liebe, die von Jesus Christus ausgeht, orientieren und bewegen. Bei aller Kritik, die man berechtigterweise an der Kirche haben kann: Es ist gut, dass sie kraft ihrer Existenz von dieser Vision Zeugnis gibt. Ohne sie wäre die Welt ärmer.

Es grüßt Sie

Pfarrer Ralf Haunert, Evangelische Kirchengemeinde Auf dem Berg

Prise zum Sonntag

Kerstin Berk Sonntag, 28. Juni 2020 von Kerstin Berk

Die Kirchengemeinde als Puzzle

Gemeinde & Gemeinschaft

Liebe Gemeinde!

Stellen Sie sich vor, die Kirchengemeinde wäre ein Puzzle und Sie wären ein Puzzleteil. Wie könnte es aussehen, Ihr, Euer Puzzleteil – der Namestünde sicher darauf und dann vielleicht etwas, was sie besonders gut können, wofür Ihr Euch besonders begeistert. Puzzleteile wollen zusammengesetzt werden. Warum? Ja eben, damit sich ein Bild ergibt. Wenn alle zusammenkommen, dann sehen wir ein buntes und lebendiges Bild. Ein buntes und lebendiges Bild ergibt sich auch, wenn in der Kirchengemeinde alle zusammenkommen.

Da sind die Kinder, die mögen es bunt, die Jugendlichen gerne gechillt. Da gibt es welche, die gerne zum Gottesdienst kommen, andere, die besonders die Konzerte lieben. Da sind junge Erwachsene, die sich ehrenamtlich z.B. bei den Ferienspielen engagieren. Da sind auch viele Familien, Mütter und Väter dabei, die für sich und ihre Kinder in der Kirchengemeinde einen Platz finden. Eine große Gruppe sind die, im besten Alter, die Best-Agers, die noch etwas bewegen wollen, etliche im Kirchenvorstand, in der Bücherei oder im Besuchsdienst. Und natürlich die Senioren und Seniorinnen, Gäste im Café für alle oder im Frauenkreis. Viele finden sich zusammen und erleben etwas gemeinsam, manche in festen Kreisen, manche, je nach Lust und Laune.

Und in diese bunte bewegte Bild kommt ab heute noch eine Gruppe wieder mithinein: Die neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden. Sie wollen etwas: Sie wollen konfirmiert werden, das heißt sie wollen noch mehr über den Glauben erfahren und selbst entscheiden, dass sie zur Gemeinde dazugehören. Auch die Konfis sind ein Teil des Ganzen. Wir wollen dafür sorgen, dass sie einen guten Ort finden, ein Puzzleteil im Großen und Ganzen lebendigen Miteinander sein können. Auch sie machen die Gemeinde aus, brauchen eine gute Aussicht und einen guten Platz.

Und Sie und Ihr, die Ihr zuschaut: Was ist Euer Platz mit Euren Vorlieben und Überzeugungen, mit dem was Ihr besonders könnt? Seid Ihr, sind Sie auf dem Bild, dass die Kirchengemeinde Auf dem Berg widerspiegelt hier schon dabei? Oder habt Ihr, haben Sie noch keinen Platz gefunden? Dann braucht es vielleicht eine Idee, etwas, was bestimmt auch noch andere interessiert, um einen neuen Raum zu schaffen. So ein Puzzle hat ja den Vorteil, dass es anschlussfähig sind, also da kann immer noch etwas dazu kommen. Gott hat ganz viel Raum geschaffen und Verbindungsmöglichkeiten dafür, wie Menschen Gemeinde sein können.

Auch wenn das gerade noch in weiter Ferne zu sein scheint, weil wir uns immer noch nicht einfach so treffen können, ist es doch ein gutes Gefühl, dass es dieses lebensfrohe Bild der Kirchengemeinde als Hintergrund unseres Lebens immer noch gibt. All diese Menschen, die Gruppen sind immer noch da, glauben immer noch, beten, vertrauen, versuchen zusammenzustehen. Diese Menschen sind Kirche. Sie, Ihr seid Kirche, ab heute wieder bereichert durch über 50 Konfis.

Was immer auch geschieht: Der Geist Gottes, der das Bild von Kirche bunt und lebendig macht, lebt weiter und trägt uns alle gerade auch durch diese dürre Zeit. AMEN

Guter Gott, Du bist ein Teil unseres Lebens, wir ein Teil von Dir. Wir beten für die Kinder, für die Konfirmand*innen, für Jugendliche und junge Erwachsene, dass der Glaube in ihrem Leben eine Kraftquelle bleibt.

Für die Familien, für die Menschen mittleren Alters, für die Senior*innen, dass ihre Hoffnung sich erneuert .

Für alle, denen es momentan schlecht geht, die Angst haben um ihre Zukunft, um die Gesundheit, dass sie Trost und Unterstützung finden können.

Gott, du bringst uns zusammen im Glauben, das kann uns Mut und Zuversicht schenken. Amen

Ev. Kirchengemeinde Auf dem Berg - Paul-Gerhardt-Str. 2 - 63584 Gründau - Tel.: 06051 140 60 - info@kirche-aufdemberg.de

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